Regelmässig werde ich gefragt, ob es wirklich notwendig ist, eine On-Site-Optimierung durchzuführen, wenn man ohnehin geplant hat mit Google Ads oder Facebook/Instagram Anzeigen zu arbeiten.

Einfache Antwort: Ja! 

Und nein, es liegt nicht daran, dass ich als Marketing-Spezialist mehr Geld verlangen kann, wenn ich sowohl SEO als auch Ads mache. Nein, es ist schlicht die einzige, nachhaltige Möglichkeit, um mit die Sichtbarkeit und die Abschlüsse auf der Webseite zu bekommen, die man als Unternehmer*In anstrebt.

Denn… 

SEO nicht für Google, sondern für Leser*innen

Häufig stelle ich eine allgemeine Feindseeligkeit gegenüber Google fest. „Die zwingen mich meine Seite jeden Monat zu bearbeiten…“ oder „…das alles nur wegen Google.“ Dabei fehlt offenbar meistens einfach ein entscheidendes Informations-Puzzleteilchen: Googles Vision ist es, die relevantestes Suchmaschine für ihre Nutzer zu sein. Das heisst: Sie möchten bei Suchanfragen immer die für die Suchenden relevantesten Information darstellen. Dafür hat Google in seinem Algorithmus eine Vielzahl von Kriterien berücksichtigt:

Wie zum Beispiel:

  • Finden sich auf der Webseite die Keywords aus der Suchanfrage wieder und werden damit Fragen beantwortet?
  • Schicke ich als Google den Nutzer von meiner Plattform auf eine sichere Seite (Stichwort https-Verschlüsselung)?
  • Werden sich meine Nutzer auf der Seite schnell die relevanten Informationen zusammentragen können (gibt es klare Strukturen in Titeln, Auflistungen, kurze Abschnitte…)?
  • Gibt es Belege, dass diese Seite keinen Blödsinn erzählt? Sprich: Finde ich als Google Backlinks von anderen Seiten, Social Shares,…
  • Und landen meine Nutzer nicht zufällig auf einer wahllos erstellten Unterseite, sondern irgendwo, wo man sich regelmässig mit dieser Art von Inhalt beschäftigt (Stichwort: Regelmässig neue Inhalte mit Keywords)?

Wenn ich als Unternehmer*in nun mal die Perspektive eines Google-Nutzers einnehme, dann finde ich die gewählten Kriterien oben ziemlich sinnvoll. Ich möchte mich ja auch nicht dumm und dämlich suchen. Schnell und einfach soll es gehen, wenn ich eine Frage habe oder ganz gezielt eine Lösung für ein Problem suche.

Möchte ich als Unternehmen also Kundennutzen schaffen oder gar Kunden begeistern, scheint es logisch, dass man sichere, saubere, gut recherchierte und klar strukturierte Informationen auf dem Netz anbietet. Sprich: Dass man On-Page Optimierung macht. Man optimiert für Leser*innen, nicht für Google.

 

Kein schwarzes Loch bewerben

Jetzt war das ja ein schönes Plädoyer für die On-Site-Optimierung aus Sicht des Kundennutzens. ABER: Wenn ich doch jetzt aber eh einfach Geld zahlen möchte, dass ich gefunden werde, kann mir doch egal sein, ob mich die Leute finden bei Google. Ich zahle ja dann dafür, dass ich angezeigt werde.

Wenn wir von Google Ads sprechen, dann stimmt diese Aussage definitiv nicht. Man kann zwar jedes beliebige Keyword in einer Ads Kampagne bei Google bewerben. Wenn der Algorithmus aber feststellt, dass zu viele Leute gleich wieder wegklicken, wenn sie auf der beworbenen Webseite landen oder, wenn die beworbenen Keywords auf der Seite nicht ausreichend belegt sind, sinkt der Qualitätsfaktor der Kampagne sehr schnell. Das bedeutet: Man könnte Google beliebig viel Geld bieten und sie würden die Anzeige nicht mehr ausspielen. Remember: Google möchte Relevanz – selbst, wenn man dafür bezahlt! 

Wenn wir von Anzeigen in den sozialen Medien sprechen, kann man durchaus auch ohne vorgängige On-Site-Optimierung jede Menge Reichweite generieren. Aber von viel Traffic/Webseitenbesuchern alleine wurde noch niemand reich. Der Streuverlust wird riesig sein, weil die Interessent*innen, die auf die Anzeige klicken dann nicht (oder nur sehr mühsam) das finden, was die Anzeige suggerierte. Ein – bezahlter – Klick und weg.

Deswegen bin ich fest davon überzeugt: Wenn man für die Reichweite einer Seite bezahlt, die nicht für die Zielgruppe – und damit auch nicht für Suchmaschinen – optimiert ist, bezahlt man zwar Google/Facebook/…, und schickst die Leute in ein schwarzes Loch.

Meine Empfehlung: Zuerst Zeit in sauberen, strukturierten und relevanten Content, bevor man Geld in zusätzliche Reichweite oder Konversionen steckt.